Dem Gehirn auf der Spur Denken - Erinnern - Vergessen Ausstellung

Veranstaltungsort für Dem Gehirn auf der Spur  Denken - Erinnern - Vergessen  Ausstellung

Wo? Benrather Straße 32 a Hilden

Wann? 2012-01-21: 00:00:00

Was? ausstellung, freizeit, freizeittipp, freizeittipps, kultur, kulturevents, kulturtermine, kulturveranstaltungen, veranstaltungen


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Es wiegt zwischen 1200 und 1600 Gramm, gleicht der Form einer Walnuss, und hat die Konsistenz eines weich gekochten Eis. Es ist das Organ, in dem vieles entsteht, was den Menschen zum Menschen macht. Bereits um 500 v. Chr. bestimmte der griechische Philosoph und Mediziner Alkmaion das Gehirn als Zentralorgan psychischer Vorgänge. Gut 2000 Jahre später war es Leonardo da Vinci, der den menschlichen Wahrnehmungen auf den Grund ging. Als ein Pionier in der Erfassung anatomischer Strukturen hielt er in seinen hunderten Studienblättern auch mehrere Male das menschliche Gehirn fest. Seine Expedition durch den Kosmos Gehirn basierte auf der Suche nach dem Sitz der Seele. Der Künstler und Wissenschaftler suchte ebenso nach den körperlichen Grundlagen geistiger Leistungen der Sinneseindrücke, im verstehen zu können, wo diese gespeichert und interpretiert werden. Aber bis heute ist die Suche nach den komplexen funktionalen Zusammenhängen des Gehirns noch lange nicht abgeschlossen. Gerade die Hirnforschung erregt derzeit die Aufmerksamkeit vieler Künstler. Technische Verfahren ermöglichen es dem Menschen beim Denken zuzuschauen und die Sprache des Gehirns in Echtzeit zu erforschen. "Die funktionierende Kommunikation innerhalb des Gehirns verläuft in Netzwerken und ist die Grundlage seiner schier unglaublichen Fähigkeiten der Informationsverarbeitung" (1) So erhalten diese Bild gebenden Verfahren Einzug in die Kunst. Beispielsweise projiziert oder druckt die portugiesische Künstlerin Marta de Menezes Hirnscans auf Leinwände. Sie zeigt uns eine Gegenüberstellung jeweils eines Porträtfotos mit einer fMRT - Aufnahme des Kpfes derselben Person. Die bunten Schnittbilder des Gehirns suggerieren einen unvermittelten Einblick in die Mechanik des Denkens und gehen damit über die Interpretation des reinen Gesichtsausdrucks hinaus. In Henning Eichingers Malerei ist das Gehirn losgelöst von der Technik durch seine Komplexität und seine beeindruckende Leistung Mittelpunkt einer Bildserie. Es wird jeweils mit invers dargestellten Motiven in Beziehung gesetzt. Die Serie verweist auf die Funktionen des Gehirns, wie das Sammeln und Selektieren von Informationen und die Koordination von Meldungen an die Sinnesorgane. Die ausralische Bildhauerin Yvonne Kendall stellt weiß, fragile, aus Krepppapier, Wachs und Zeitungen bestehende Gehirne her, die mit wissenschaftlichen Büchern korrespondieren. In Verbindung mit Matratzen verweisen diese leichten Gebilde auf die Welt des Schlafes und des Unterbewussten. Allein diese Beispiele eröffnen einen Einblick auf die Möglichkeiten, sich der Faszination Gehirn ideenreich zu nähern. Drüber hinaus konfrontieren uns die Folgen des demografischen Wandels immer stärker mit Alzheimer und anderen persönlichkeitszerstörenden Demenzerkrankungen. Dieser Verlust des "Geistes" beschäftigt den Menschen zunehmend auch künstlerisch. Aber wie kann diese Organ, in dem jede Erfahrung Spuren hinterlässt, Erinnerungsprozesse ablaufen, Kreativität geboren wird, Gefühle entstehen, das aber auch Sitz krankhafter Störungen, Degenerierungen und Abnormitäten werden kann, künstlersich erfassen? (1) Dopheide, Susanne, Die Sprache des Gehirns in Echtzeit erfassen, Magnetenzepholograph neuster Generation misst Hirnaktivitäten, in: Magazin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Hrsg. Pressestelle der Heinrich-Hein-Universität Düsseldorf, Magazin 2, 2009, S. 39. Kosten: € 3,00 / ermäßigt € 1,50
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